>> Orgelpflege

Stimmungen

Reparaturen und Instandsetzung

Intonation

Reinigung

Raumklima und Schimmelpilze


Orgelpflege

Warum Orgelpflege? Immer häufiger fragen sich Kirchengemeinden angesichts leerer Kassen, ob man sich das Geld für die Orgelpflege nicht einfach sparen kann.

Eine gepflegte Orgel ist günstiger!
Unter „Orgelpflege“ versteht man die Durchsicht einer Orgel in feststehenden Zeitabständen (Orgel-Pflegevertrag). Die regelmäßige Orgelpflege beinhaltet neben der Stimmung auch die Instandhaltung der Orgel, das heißt die Behebung kleinerer Schäden, die sich in der Zwischenzeit eingestellt haben. Darüber hinaus kann der Orgelbauer, der das Instrument mit seinen Stärken und Schwächen gut kennt, langfristig sich einstellende Störungen feststellen und gezielt abstellen. Die Gemeinde wird über notwendig werdende, umfangreichere Arbeiten frühzeitig informiert und kann sich finanziell darauf einstellen. Kommt der Orgelbauer nur noch auf Zuruf, dann ist es häufig schon zu spät: Die Erfahrung lehrt, dass sich über die Jahre hinweg oft mehrere, teils gravierende Schäden eingestellt haben, die nicht kurzfristig behebbar sind und einen größeren Arbeitsaufwand erfordern und damit höhere Kosten verursachen.

Intonation
bedeutet das klangliche Einstellen und das Abgleichen der einzelnen Pfeifen eines Registers sowie der jeweiligen Register untereinander auf den Kirchenraum. Sie erfolgt während des Neubaues einer Orgel und ist nicht zu verwechseln mit dem Stimmen der Orgel, das sich daran anschließt.

Reduktionszirkel

Jeder Sänger weiß, dass man aus einem abgedrückten Hals keinen vernünftigen Ton herausbringen kann. Ähnlich verhält es sich mit einer Pfeife. Um einen gesunden Ton zu erzeugen, braucht es die rechten Maße, den richtigen Wind und eine genaue Einstellung von Kern und Labien (Lippen).
Prinzipale und Oktaven sind das klangliche Rückgrat der Orgel. Sie sollen lebendig und klar sein.
Flöten (Gedackt, Koppelflöte, Spitzflöte, Gemshorn u.s.w.) sollen in den einzelnen Werken zueinander ausreichend differenziert sein. Durch eine changierende Intonation wird die Mehrfachnutzung dieser Register durch Spielen in den unterschiedlichen Lagen (Sopran-, Alt-, Tenor- und Baß-Lage) und bei gekoppeltem Zustand möglich.
Streicher (Salizional, Gambe, Aeoline u.s.w.) sind eng gebaute Soloflöten. Sie sollen sich in den Flötenchor auffällig einmischen.
Zungenstimmen (Trompete, Oboe u.s.w.) sind ebenso Soloregister. Durch Intonation auf den Bordunpunkt und auf den Vokal „O“, mit einer minimal („Glottisschlag“) späteren Ansprache sind sie nicht mehr vorlaut und verhelfen dem Werk zu einem vollen und großen Klang.

Stimmungen und Konzertstimmungen
Die Stimmung und musikalische Temperatur ist bereits beim Bau einer Orgel festgelegt. Nur alle 4-5 Jahre sollte eine Hauptstimmung erfolgen. Damit bleibt das Pfeifenwerk geschont. In den Jahren dazwischen werden verstimmte Töne beigezogen. Vor jeder Stimmung wird die Windversorgung und der Winddruck auf den Laden kontrolliert, verstaubte Kernspalten gereinigt und Auffälligkeiten in der Intonation einzelner Pfeifen korrigiert.

Stimmhörner

Kleinorgeln (Positive, Truhenorgeln) werden für konzertante Zwecke je nach Musikstil in historischen Stimmungen und Stimmtonhöhen gestimmt.

Weiterführendes zu den verschiedenen Stimmungsarten, zu Themen der Orgelforschung und zu Schimmelpilzen finden Sie unter www.members.aol.com/ReinerJank/home-de.htm und unter www.orgelbau-rohlf.de sowie www.weiblen.de

Reparaturen und Instandsetzungen
werden an Pfeifenorgeln aller Laden- und Traktursysteme (Schleifladen, Kegelladen, Taschenladen, Membranenladen, Multiplexladen, mechanisch, pneumatisch, elektrisch) ausgeführt.
Wenn nicht schon vorhanden, ist es empfohlen, bei der Orgel ein Orgelheft zu führen, in das alle aufgetretenen Störungen mit Datum und Uhrzeit, sowie Temperatur und rel. Luftfeuchtigkeit eingetragen werden. Dadurch kann der Orgelbauer gezielt und zügig nach Fehlern suchen, auch wenn diese zwischenzeitlich, z.B. wegen veränderter Luftfeuchtigkeit, nicht mehr vorhanden sein sollten. Das erspart Arbeit und Zeit, damit auch vermeidbare Kosten.
Instandsetzungen dienen der Wiederherstellung der Spielbarkeit, wenn bereits Teile der Orgel durch Verschleiß, technischen Defekt, tierischen und pflanzlichen Befall ausgefallen, bzw. nicht mehr spielbar sind. Dies trifft häufig für Instrumente zu, die längere Zeit nicht mehr gewartet wurden.

Beratung zu raumklimatischen Fragen
Die raumklimatische Situation in den Kirchen- und Konzerträumen ist mir ein besonderes Anliegen. Sehr oft hängt davon der Werterhalt des Instrumentes ab. Durch unsachgemäßes Heizen und Lüften, durch zu trockene Raumluft bzw. durch Unterschreiten der Taupunkt-Temperatur können an der Orgel (aber auch an allen anderen Kunstgegenständen in der Kirche) die schwersten Schäden entstehen. Einige aktuelle Beispiele hierfür zeigen die nachfolgenden Abbildungen, auf denen Orgeln durch die oben genannten Ursachen stark von Schimmelpilzen befallen wurden.
Bei solchen Gefahren stehe ich jederzeit beratend zur Verfügung.

>> Schimmelpilzbefall

Reinigung
Die Reinigung einer Orgel ist in unseren Breiten etwa alle 15 bis 20 Jahre nötig. Hierbei wird das Instrument vor Ort zerlegt und in allen Teilen gründlich trocken wie feucht gereinigt. Schäden am Pfeifenwerk und Mängel an technischen Einrichtungen der Orgel, werden hierbei aufgedeckt und behoben, damit das Instrument auf lange Sicht zuverlässig seinen Dienst tut.
Im Zuge einer Reinigung des Instrumentes bietet sich in Absprache mit der Gemeinde und dem Orgelsachverständigen z.B. die Möglichkeit an, die Intonation von Serieninstrumenten der 1960er Jahre nachzubessern (werkweiser Gehäuseeinbau zur Verbesserung der Klangabstrahlung und zum Schutz vor herabfallenden Putz, Umintonation einiger Register, klangliche Hebung des Prinzipalchores, Charakterisieren der Flötenstimmen, Vokalisieren der Zungenstimmen).
Die Reinigung beinhaltet das klangliche Ausgleichen (Nachintonation) der Register, sowie die abschließende Generalstimmung auf Basis der bisherigen Stimmtonhöhe und musikalischen Temperatur.